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Ötztaler Kirchtagskrapfen – Traditionell ötztalerisch

Letzte Woche habe ich bereits festgehalten, dass der Herbst im Anmarsch ist. Herbstzeit ist da wo ich herkomme – aus dem schönen Ötztal – auch die Zeit der Kirchtags-Feste. Und zu diesem Anlass gibt es im Ötztal eine ganz spezielle Speise, die nur an solchen Festtagen serviert wird: Die Ötztaler Kirchtagskrapfen. Eigentlich ist das Rezept für die Kirchtagskrapfen ja geheim, aber ausnahmsweise verrate ich es dir…


Der Herbst im Ötztal riecht nach Krapfen…

In Tirol geht das alles ganz schnell. Und im Ötztal sogar noch schneller. Ich spreche jetzt nicht von irgendwelchen technischen Weltinnovationen sondern vom Jahreszeiten-Wechsel. Natürlich gibt es im Ötztal sehr schöne, warme Sommer. Aber wenn der August sich dem Ende zuneigt und es einige kalte Tage gibt, dann ist der Herbst da. Es kann zwar immernoch warm und sonnig sein, aber der Herbst liegt in der Luft. Der Wind ist etwas frischer, es wird viel schneller dunkel, die Nächte sind kühler…und das Essen wird deftiger. Der Geruch von gebratenem Speck, Butterschmalz und süßen Obstkuchen liegt in der Luft.

Ötztaler Kirchtagskrapfen
Ötztaler Kirchtagskrapfen

Wenn der Geruch einer ganz traditionellen Speise in der Luft liegt, dann weiß man, dass ein besonderer Tag bevorsteht. Liegt der Duft von Butterschmalz und Mohn in der Luft, dann ist der Kirchtag im Dorf nichtmehr weit. Denn jedes Dorf im Ötztal feiert Kirchtag, sie feiern nur nicht alle gleichzeitig. Am Kirchtag wird nämlich der Kirchenpatron gefeiert und da dieser in jeder Gemeinde ein anderer ist, fallen auch die Kirchtage auf unterschiedliche Daten. Aber eines haben alle Kirchtage gemeinsam: Die Ötztaler Kirchtagskrapfen.

So hast du Krapfen noch nie gesehen

Bei den Ötztaler Kirchtagskrapfen handelt es sich um kleine quadratische oder rechteckige „Polster“, die mit einer Fülle aus Mohn, Preiselbeeren, Dörrbirnen, Feigen oder anderem Dörrobst bestückt sind. Der Krapfenteig ist ein ganz dünner Ausbackteig und für die Fülle hat fast jede Familie ein eigenes Rezept. Jenachdem, wen man fragt, setzt sich die Fülle etwas anders zusammen. Meine Mama hat immer eine Füllung aus Mohn, Preiselbeermarmelade, Zwetschkenmarmelade und Rum gemacht. Deswegen mache ich das auch so. Überliefert ist überliefert. Die polsterförmigen Krapfen werden vor dem Verzehr mit Staubzucker bestreut.

Da diese Festtagsspeise so lecker ist, gibt es sie mancherorts nichtnur am Kirchtag sondern auch zu Weihnachten, Silvester oder an anderen Festtagen. Aber eben nur an Festtagen. 😉 Traditionell wird dazu übrigens „Nuies Schmalz“ (dt.: neues Schmalz) gegessen. Das ist ebenfalls eine Süßspeise und hat mit herkömmlichen Schmalz eigentlich nichts zu tun. Da mir aber ob dieser traditionellen Köstlichkeiten schon das Wasser im Mund zusammenrinnt, möchte ich dir gleich das Rezept verraten, damit auch du in den Genuss der Ötztaler Kirchtagskrapfen kommst.

Gibt es bei dir auch traditionelle, regionale Speisen, die es sonst nirgends gibt? Hinterlasse mir dazu doch gerne einen Kommentar – ich bin sehr gespannt.

Krapfige Grüße und alles Liebe,

Patricia


Ötztaler Kirchtagskrapfen

Für den Teig (ergibt ca. 20 Stück):

  • 400 g glattes Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 1 EL Essig
  • 1 EL Rum
  • 80 ml Milch
  • 80 ml Wasser
  • 38 g Butter

Für die Füllung:

  • 50 g Mohn
  • 1 EL Preiselbeermarmelade
  • 1 EL Zwetschkenmarmelade
  • ½ TL gemahlener Zimt
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Rum (optional)

Außerdem:

  • Mehl für die Arbeitsfläche
  • Ca. 1 l Frittieröl
  • Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und verkneten. Solange kneten, bis ein glatter, seidiger Teig entsteht. Sollte der Teig noch klebrig sein, einfach etwas mehr Mehl einkneten. Den Teig dann 20 Minuten rasten lassen.

Inzwischen alle Zutaten für die Füllung verrühren und beiseite stellen.

Den Teig in 4 Teile teilen. Den ersten Teil auf einer bemehlten Arbeitsfläche sehr dünn ausrollen (messerrückendick). Mit einem Teelöffel in genügend Abstand Häufchen der Füllung auf den Teig setzten. Zwischen den Häufchen sollte in alle Richtungen mindestens 4-5 cm Platz sein.

Nun den zweiten Teil des Teiges ebenfalls sehr dünn ausrollen. Diesen Teig dann als „Deckel“ auf den ersten Teig legen. Den Teig um die Füllungs-Häufchen herum mit den Fingern festdrücken. Mit einem Teigrad oder einem Messer wird der Teig nun in Quadrate oder Rechtecke zerteilt. Dabei sollte immer die Füllung in der Mitte des jeweiligen Quadrates sein. Nochmals überprüfen, ob die Ränder der Krapfen gut verschlossen sind.

Mit dem restlichen Teig und der restlichen Fülle gleich verfahren.

Das Frittierfett in einem weiten Topf erhitzen. Einen Holz-Kochlöffelstiel ins Fett halten – wenn Bläschen aufsteigen, ist das Fett heiß genug.

Die Krapfen nun der Reihe nach ausbacken – je ca. 1 Minute pro Seite. Sie sollten eine goldbraune Farbe bekommen.

Die fertig gebackenen Krapfen aus dem Fett heben und auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Auskühlen lassen.

Kurz vor dem Servieren die Kirchtagskrapfen mit Staubzucker bestreuen.

Ötztaler Kirchtagskrapfen

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